
Bjarg im Miðfjörður
Dieser Hof ist der Geburtsort des berühmtesten Geächteten in der Geschichte Islands: Grettir Ásmundarson der Starke. In Bjarg fand Grettir immer einen Unterschlupf bei seiner Mutter Ásdís, so unwahrscheinlich das auch klingen mag bei einem Geächteten. Man geht davon aus, dass Grettir um das Jahr 1000 herum geboren wurde, gesichert ist aber, dass er nicht alt wurde. Verschiedene Orte um Bjarg herum und auch in der ganzen Region beziehen ihren Namen von dem Missetäter und seinen Handlungen, so zum Beispiel Grettishaf, der Kraftprobe-Stein Grettistak und Grettishöfði, das am See Arnarvatn liegt. Während mehrerer Winter lebte - und litt - Grettir dort, denn er hatte panische Angst vor der Dunkelheit. Grettir wurde schließlich auf Drangey, einer Insel im Skagafjörður, erschlagen. Seine Mörder brachten der Mutter Ásdís sein Haupt, von dem man erzählt, dass es unter einem Stein auf der Hauswiese begraben wurde. Im Jahr 1974 wurde Ásdís ein Denkmal in Bjarg errichtet, das von Reliefs des Künstlers Halldór Pétursson geziert wird, die Szenen aus der Grettirssaga darstellen.
Breiðabólstaður
In der Gegend von Vesturhóp liegt Breiðabólstaður, ein historisch wichtiger Hof mit Kirche. Hier wurden die ersten schriftlich festgehaltenen Gesetze des Landes aufgezeichnet. Außerdem befand sich hier eine Druckerei und das äußerst fruchtbare Land galt als eine der besten Schollen des nördlichen Islands. Der Juristenverband (Lögmannafélag Íslands) ließ am Weg zum Hof ein Denkmal errichten. In den letzten Jahren wurden dort archäologische Untersuchungen durchgeführt.
Efri Núpur
In Efri-Núpur befinden sich eine Kirche und ein Friedhof, auf dem die berühmte Dichterin Vatnsenda-Rósa oder Skáld-Rósa ruht, die lange auf dem Hof Vatnsendi in Vesturhóp lebte. Viele Reisende besuchen jedes Jahr ihr Grab. Rósa ist u. a. bekannt für ihre Liebesgedichte, von denen man annimmt, dass sie sie für ihren Geliebten, Natan Ketilsson, verfasst hat, der in Illugastaðir in Vatnsnes ermordet wurde.

Forsæludalur
Forsæludalur is a farm inside Vatnsdalur, which is the closest to the highlands of the east. According to the book Landnáma Friðmundur the man whom Friðmundarvötn (Lakes of Friðmundur) are called after, lived at Forsæludalur. Friðmundará runs through several waterfalls on its way from Auðkúluheiði down to Vatnsdalsá just by the farm Forsæludalur. It was at Forsæludalur that Grettir wrestled with Glámur.

Hof í Vatnsdal
Hof am östlichen Ufer des Vatnsdalur. Hier lebte Ingimundur Þorsteinsson der Alte, ein Landnehmer, der das gesamte Tal Vatnsdalur von Helgavatn und Urðarvatn aufwärts nahm. Er war nicht aus Norwegen vertrieben worden, sondern schloss sich dem Gefolge von Harald Schönhaar an und genoss die Freundschaft des Königs. Dann trug es sich zu, dass beim Mittwinterfest eine Seherin Ingimundur prophezeite, er werde ein Land besiedeln, das Island heißt, dort ein geachteter Mann sein und viele Nachkommen in dem Land haben. Man geht davon aus, dass Ingimundur um das Jahr 900 oder etwas früher ins Vatnsdalur kam. Solange er lebte, war er der Häuptling (goði) der Vatnsdalur-Bewohner. Auf der Hauswiese von Hof ist ein Hügel, genannt Goðhóll, von dem man annimmt, dass Ingimundur dort sein Anwesen errichtet hat. Es gibt dort außerdem einen ansehnlichen Wald, u. a. mit isländischer Pappel, der 1927 gepflanzt wurde.

Illugastaðir
Illugastaðir ist zum einen bekannt wegen eines Doppelmordes, der hier stattfand und zur letzten Hinrichtung in der isländischen Geschichte führte, zum anderen aber auch wegen des großen Aufkommens an Eiderenten. Die Eiderentenkolonie ist eine der größten des Landes. Ruinen der Schmiede des getöteten Natan Ketilsson sind ebenso noch zu erkennen wie viele andere Örtlichkeiten, die eine große Rolle bei den oben genannten Ereignissen zu Beginn des 19. Jahrhunderts spielten.
Spánskanöf
Knapp nördlich der Mündung des Flusses Laxá á Refasveit in Skagaströnd liegt Spánskanöf. Dort geht es 40 bis 50 Meter extrem steil zur Küste hinunter. Die Felsen beherbergen viele Seevögel, die man auch auf einigen Schären nahe dem Ufer sieht. Es lohnt sich sehr, einen kleinen Umweg hierhin zu machen. Laut Überlieferung sind an diesem Ort spanische Seeräuber gelandet und strebten auf den Pfarrsitz in Höskuldsstaðir zu. Der Pfarrer versammelte flugs seine Leute, und hieß sie, die freilebende Pferdeherde hereinzubringen, den Pferden Reisigbündel aufzubinden und diese in Brand zu setzen. Daraufhin trieb das Gesinde die Pferde mit viel Lärm den Spaniern entgegen, die teils schon am Hang niedergetrampelt wurden, während andere die Felsen hinab stürzten. Daher stammt der Name Spánskanöf (spanische Felsnase).

Þingeyrar
Seit jeher einer der bekanntesten Pfarrsitze im Húnavatn-Bezirk. Von der Kirche aus hat man ein Panorama so schön wie von fast keinem anderen Ort in der Region. Man sagt, dass es eine Zeit lang kein größeres Anwesen mit besseren Häuser in Island gegeben hat als in Þingeyrar, denn schließlich waren hier reiche Männer und Häuptlinge Jahrhunderte lang ansässig. Von Þingeyrar aus ist es nur ein Katzensprung bis Miðhóp, wo man sich quer durch den See ziehend eine riffartige Untiefe erkennen kann. Gut möglich, dass hiermit die Inselchen (eyrar) gemeint sind, von denen der Ort seinen Namen bezieht.

Þingeyrarkirkja
Die Kirche bildet das einzige sichtbare Andenken an den früheren Glanz dieses mächtigen Anwesens. Sie wurde auf Veranlassung des Abgeordneten Ásgeir Einarsson erbaut. Zuvor hatte dort eine Grassoden-Kirche gestanden, die sanierungsbedürftig war, und so beschloss Ásgeir, eine Kirche aus Stein zu errichten. Allerdings gab es in der Nähe kein einziges zur Konstruktion geeignetes Gestein. Also ließ Ásgeir im Winter 1864-65 Steine aus Nesbjörg kommen. Das Gestein wurde auf Schlitten über den zugefrorenen See Hóp gezogen, und zwar acht Kilometer weit. Der Steinmetz Sverrir Runólfsson war für die Konstruktion der Wände verantwortlich. Die Steine wurden einzeln aufgeschichtet und zusätzlich mit Kalk verbunden und bis heute hat nicht ein einziger seinen Platz verlassen. Man geht davon aus, dass Ásgeir und Sverrir die Verantwortung für den architektonische Gestaltung der Kirche getragen haben. Der Bau währte 13 Jahre. Am 9. September 1877 wurde die Kirche schließlich von Pfarrer Eiríkur Briem von Steinnes geweiht.
Natürlich wurden die Gegenstände aus der alten Kirche in die neue gebracht. Die Kirche von Þingeyrar besitzt viele Schätze. Deren ältester ist ein Altarbild aus Alabaster, das wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert stammt. Die Kanzel ist ein ganz außergewöhnliches Stück, wahrscheinlich holländischen Ursprungs. Sie trägt die Jahreszahl 1696 und ist eine Gabe des Juristen Lárus Gottrúp, dem in der Zeit von 1683 bis 1721 das Kloster von Þingeyrar gehörte. Er stiftete auch ein silbernes Taufbecken, das sowohl die Jahreszahl 1663 als auch 1697 trägt. Im Besitz der Kirche befinden sich ferner ein Kelch, eine Kanne und eine Oblatendose aus Silber und eine Altardecke mit dem Jahr 1763.
Mitten zwischen der Kirche und dem alten Kirchplatz erkennt man ein Oval in der Wiese, das von Ost nach West 25 Meter misst und von Norden nach Süden 20 Meter. Er ist geschützt, denn man vermutet hier den alten Thing-Platz (Versammlungsort) der Bewohner der Húnavatn-Region.
Þingeyrarklaustur
In der Saga von Jón dem Heiligen, Bischof von Hólar, wird von einem harten Winter mit so kaltem Wetter berichtet, dass die Erde bis weit in den Frühling gefroren blieb. Der Bischof reiste zum Frühjahrs-Thing in Þingeyrar und mit der Zustimmung der dort Versammelten gelobte er an diesem Ort eine Kirche und einen Hof dort zu errichten. Noch in derselben Woche verschwanden Eis und Schnee, die Erde taute auf und die Pflanzen begannen zu sprießen, so dass die Tiere endlich wieder auf die Weide gebracht werden konnten. Das wird sich im ersten Jahrzehnt des 11. Jahrhunderts zugespielt haben. Man beschloss, ein Mönchskloster in Þingeyrar zu gründen, zweifellos dem Ratschlag von Bischof Jón entsprechend, das 1133 gegründet wurde. Dieses Kloster war das erste in Island. Es gehörte der Benediktiner-Regel an, die Kirche war dem Heiligen Nikolaus gewidmet. Die Mönche mussten geloben, ihr gesamtes Leben im Kloster zu verbringen, alle Klosterregeln einzuhalten und ihren Oberen zu gehorchen. Sie durften nicht heiraten und nichts besitzen, weder groß noch klein. Um die Zeit der Klostergründung herum begann das Zeitalter der Buchkunst hierzulande und im Kloster von Þingeyrar wurde viel zum literarischen Schaffen beigetragen. Der Abt Karl Jónsson schrieb die Geschichte vom König Sverrir nieder. Die Mönche Gunnlaugur Leifsson und Oddur Snorrason verfassten die Geschichte des Königs Ólafur Tryggvason und auch die von König Ólafur Haraldsson. Der Abt Arngrímur Brandsson schrieb die Geschichte des Bischofs Guðmundur des Guten, die die älteste Beschreibung Islands enthält. Es ist ferner wahrscheinlich der Entstehungsort der berühmten Sagas der Húnavatn-Region: Heiðarvíga-Saga, Vatnsdæla, Hallfreðar-Saga, Kórmáks-Saga, Bandamannasaga og Grettirssaga. Das Kloster bestand von 1133 bis zur Reformation, also rund 400 Jahre, und besaß zu dieser Zeit viele Ländereien in der näheren Umgebung, aber auch in Vatnsdalur, in Ásar und anderen Gebieten, zuzüglich weiterer Landrechte.
Mit der neuen Religion waren die Tage des Þingeyrar-Klosters gezählt. Der König beanspruchte dessen Besitz und setzte einen Verwalter dafür ein. Die meisten davon wurden reiche Männer, manche sogar steinreich. Wahrscheinlich hat keiner eine glanzvollere Zeit in Þingeyrar verbracht als Lárus Gottrúp. Im Jahr 1638 bekam er das Þingeyrar-Kloster als Lehn und die Macht über das halbe Húnaþing dazu. Gottrúp galt als knallharter Geschäftsmann und hatte Streitigkeiten mit den Häuptlingen, vertrat aber die Interessen der Isländer gegenüber dem König und stieß einige günstige Entwicklungen an. Er wurde ein reicher Mann und führte den ehemaligen Hoheitssitz voll Glanz und Pracht.

Þrístapar
Am Westrand der Hügelgruppe Vatnsdalshólar, nördlich der Ringstraße, findet man einige kleinere Hügel und an einem Ort drei zusammenhängende, Þrístapar genannt. Hier fand die letzte Enthauptung in Island statt, und zwar am 12. Januar 1830, als Friðrik Sigurðsson und Agnes Magnúsdóttir geköpft wurden, da sie des Mordes an Natan Ketilsson und Pétur Jónsson in Illugastaðir für schuldig befunden wurden. Der Richtblock und die Axt werden im Nationalmuseum aufbewahrt, aber am Hinrichtungsort selbst weist ein Gedenkstein auf das Ereignis hin.
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